Lernort frog
Seit Kurzem dürfen wir eine 5.000 m² große Fläche im Naturschutzgebiet Fritschlach bewirtschaften – ein Ort, an dem Wissen, Praxis und Gemeinschaft zusammenwachsen. Hier entsteht ein Lern- und Begegnungsraum für regenerativen Obst- und Gemüseanbau: mit einem jungen Marktgarten, ersten Obstbäumen, naturnahen Gartenflächen und offenen Formaten für Bildung und Austausch. Unser Ziel: Wissen teilen, gesunde Lebensmittel zugänglich machen und Menschen ermutigen, selbst aktiv zu werden.
Einblicke in die Räume und Möglichkeiten auf dem Areal:
Anfahrt
Gegenüber von "Im Jagdgrund 71", 76189 Karlsruhe im Naturschutzgebiet Fritschlach
Koordinaten für Navi: 48.993652, 8.326743
Am besten ist der Lernort frog mit dem Fahrrad zu erreichen. Mit der Bahn S2 fährst du bis zur Haltestelle Dornröschenweg und gehst von da ca. 15 Minuten zu Fuß. Die Zufahrt mit dem Auto ist nur aus Alt-Daxlanden über den Fritschlachweg möglich.
Öffnungszeiten & Aktionen
Alle Termine und Details findest du top-aktuell in unserem Kalender unter Mitmachen.
Wir öffnen den Garten zweimal pro Woche für alle ab 16 Jahren: Dienstags von 14:00 bis 17:00 Uhr und donnerstags von 16:30 bis 19:30 Uhr .
Dienstags ist Raum für alle, die sich eigenen Herausforderungen stellen möchten. Wir begleiten euch dabei euer eigenes Projekt im Garten umzusetzen, ob pflanzen, bauen, beobachten oder einfach draußen sein. In Kooperation mit dem Programm n-challenges geben wir interessante Impulse zu bestimmten Nachhaltigkeitsthemen.
Donnerstags öffnen wir für alle Interessierten an einer ehrenamtlichen Tätigkeit am Lernort. Anpacker*innen helfen direkt bei anstehenden Aufgaben: Du kannst gärtnern, handwerklich arbeiten oder dich bei sozialen und kulturellen Bildungsangeboten engagieren. Regelmäßiges Engagement unterstützen wir gerne mit einer Ehrenamts- oder Übungsleiterpauschale.
👉 Habt ihr als Organisation Interesse an einer Kooperation oder an einer Aktion mit einer Gruppe? Dann meldet euch gerne bei uns – wir freuen uns über gemeinsame Ideen und neue Vorhaben!
Zum wichtigen Wort „regenerativ“:
Lernort „frog“ (englisch für Frosch) ist die Abkürzung für den Lernort für regenerativen Obst- und Gemüseanbau. Und wir wählen den Frosch gerne als Bild, wenn es um Regeneration geht.
Frösche gelten als Indikatorarten für die Gesundheit eines Ökosystems. Als Amphibien leben sie sowohl im Wasser als auch an Land, brauchen feuchte Böden und Vegetation, die vor dem Austrocknen schützt. Wo Frösche leben, sind Gewässer und Böden meist sauber und intakt.
Mit Regeneration meinen wir fortlaufende Prozesse innerhalb lebendiger Kreisläufe, die auch das soziale Miteinander gestalten. Wir bauen Boden auf, schließen Kreisläufe und stärken Gemeinschaften. Das macht einen großen Unterschied im Vergleich zu konventionellen Anbaumethoden, die natürliche und soziale Ressourcen vielfach ausbeuten und geht auch gegenüber nachhaltigen Systemen, die einen bestimmten Zustand erhalten, einen großen Schritt weiter. Der Unterschied ist einfach zu beobachten!
Umsetzung organischer Materialien beobachten
Humus ist der wertvolle, organische Teil des Bodens, der Wasser und Nährstoffe speichert und die Bodenstruktur verbessert. Um seinen Aufbau zu beobachten, hilft eine Spatenprobe: Dunkle, krümelige Schichten an der Oberfläche deuten auf Humusbildung hin. Wir schauen, wie schnell organisches Material (z. B. Mist oder Heu) abgebaut wird – bleibt es liegen oder wird es eingearbeitet? Ein angenehm erdiger Geruch zeigt gute Belüftung an, fauliger Geruch Verdichtung. Mit einer Bodensonde oder einem Infiltrationstest lässt sich die Wasseraufnahmefähigkeit prüfen: Wird Wasser schnell vom Boden aufgesaugt, ist die Bodenstruktur intakt.
Unsere Spatenprobe ist dem Beet entnommen, auf dem (oben gezeigte) Kürbisse wuchsen. Die Wiese hatten wir zuvor ca. 20 cm hoch mit Pferdemist und Komposterde gemulcht. Innerhalb einer Kürbis-Vegetationsperiode, hat sich alles organische Material zersetzt.
Bodenleben direkt und indirekt beobachten
Ein gesunder Boden lebt: Regenwürmer, Asseln, Pilzmyzel und Maulwürfe zeigen aktive Zersetzungsprozesse an. Wir haben immer einen Blick für Kleinstlebewesen oder Tierspuren, die auf ein intaktes Ökosystem hindeuten. Auch die Krümelstruktur des Bodens verrät viel: Locker, stabil und durchlüftet bedeutet aktives Bodenleben. Pilzmyzel (weißes Geflecht) im Mulch oder an Wurzeln weist auf Symbiosen hin. Die Wurzelarchitektur der Pflanzen gibt Aufschluss über Bodenqualität und Nährstoffverfügbarkeit.
Zeigerpflanzen erkennen
Zeigerpflanzen wachsen nur unter bestimmten Bedingungen – etwa bei hohem Stickstoffgehalt, Sandboden oder Verdichtung. Ihr Vorkommen verrät also viel über den Bodenzustand. Durch aufmerksames Beobachten lassen sich so Rückschlüsse auf Nährstoffgehalt, Feuchtigkeit oder Bodenstruktur ziehen.
Wir danken unseren Förderern!
Die dm-Werner Stiftung finanziert mit ihrer großzügigen Spende zum Großteil die hauptamtliche Arbeit der Projektleitung, der Gärtnerin sowie die Entwicklung und Durchführung von Vermittlungsformaten für alle Altersgruppen.
Einzelne Öffnungszeiten, Aktionen und Kooperationen werden im Rahmen des Programms „N-Challenges 2“ im Masterplan Jugend durchgeführt. Finanziert durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Landesmitteln, die der Landtag Baden-Württemberg beschlossen hat.