07.07.2025

Rückblick auf unsere Beiträge zur ArchitekturZeit 2025

Die ArchitekturZeit 2025 hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, Stadt als einen gestaltbaren und geteilten Raum zu begreifen. Unsere Beiträge richteten den Blick auf das Unsichtbare Essbare, das Umbauen und das Auslassen – und luden zur aktiven Auseinandersetzung mit dem urbanen Raum in den Karlsruher Höfen und rund um das Schloss ein. Hat Spaß gemacht!

Das Logo der ArchitekturZeit2025

Vom 27. Juni bis zum 5. Juli 2025 verwandelte sich Karlsruhe im Rahmen der ArchitekturZeit 2025 in ein lebendiges Forum für Baukultur, Stadtgestaltung und gesellschaftlichen Dialog. Auch wir waren mit mehreren Workshops vertreten – ein Rückblick auf sonnenreiche Tage zwischen verborgenen Orten, modularen Möbeln und blauen Experimenten.

Zwei Personen besprechen einen Stadtplan und zeigen auf die Höfe, zu denen sie arbeiten.

Das essbare Unsichtbare – The Edible Unseen

KIT-Architektur Seminar mit öffentlichen Präsentationen, 10.–13.06.2025

Eine Studierendengruppe des KIT packte ihre gesamte Gestaltungsfreude, Vorstellungskraft und Planungsexpertise in drei herausfordernde Karlsruher Höfe — den Bankhof, den Erbprinzenhof und den Waldhof. Mit unserem Büro- und Projektraum am Waldhof durften wir „die essbare Stadt“ als übergreifendes Thema für die Transformation der Höfe setzen; zudem gaben die Studierenden verschiedener Jahrgänge der interessierten Öffentlichkeit im Rahmen der Offenen Werkstatt für alles Mögliche Einblick in ihren Ideenentwicklungsprozess und die finalen Präsentationen. In Kooperation mit der Jungen Architektur Karlsruhe (JAKA) und den Professor*innen „kritisierten“ wir die Entwürfe. Und es waren lauter gute Kritiken!

Auf der Beamer-Präsentationsfläche ist eine Skizze abgebildet, die in den Waldhof ein begrüntes Gerüst mit Schaukeln bringt.

Erholungsort, Naturraum, Gewächshaus, Quartiersküche, Wasserkreislauf, Treffpunkt, … — was aus einem Hof, in dem zurzeit nur Mülltonnen und Autos stehen alles werden kann! Besondere Orte, die nicht nur Nahrung produzieren, sondern auch soziale und ökologische Beziehungen stärken.

Zwei Personen schauen in Richtung der Präsentationsfläche.
Monika Starzak (Stadtplanungsamt Karlsruhe) und Nima Maghsoudi (JAKA) hören gespannt zu.
Zwei Studentinnen präsentieren den anderen den Ausgangspunkt für ihren Entwurf.
Eine "Mental Map" als erster Schritt zum Erkunden der Herausforderungen und Potentiale eines Orts.

Stuhlbau DIY – Leonardis modulares Erbe neu interpretiert

Offener Workshop, 29.06.2025, Fasanenschlösschen im Fasanengarten

In Anlehnung an die Ausstellung „Encounter Trees — Modena x Karlsruhe“ widmeten wir uns dem italienischen Architekten und Designer Cesare Leonardi und seinem modularen Stuhl-Bausystem.

In fünf Stunden intensiver, gemeinsamer Bauzeit am Fasanenschlösschen wurden Leonardis Prinzipien aufgegriffen und für lokal verfügbare Materialien neu gedacht. Die teilnehmenden Kinder und Erwachsenen bauten eigene Möbelstücke – mal inspiriert von Leonardis Originalentwürfen, mal völlig neu interpretiert. Die dabei entstandenen Objekte wurden in die Ausstellung integriert und durften nach dem Festival mit nach Hause genommen werden. Schön, wie Kreativität, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft zusammenwirkten!

Eine Person zeigt im Gespräch auf eine Bauplanskizze auf einem Klemmbrett.
Ein eigener Stuhlentwurf, halbfertig, der die Bauprinzipien Cesare Leonardis aufgreift.
Unter einem Sonnenschutz-Zelt legen sich mehrere Personen im Schatten ihre Baumaterialien zurecht.
Ein Mann befestigt das Seitenteil einer Bank nach dem Prinzip von Cesare Leonardi.
Eine Frau schraubt mit ihrem Sohn eine Bank zusammen, die sie nach Leonardis Bauprinzipien erstellt haben.
Verschiedene Bauteams arbeiten vor dem Fasanenschlösschen am letzten Feinschliff.

Solarfotografie – Lichtspuren zwischen Fotografie und Design

Workshop, 05.07.2025, Fasanenschlösschen im Fasanengarten

Zum Abschluss der ArchitekturZeit luden wir zu einem gestalterischen Experiment ein: Wir brachten mit lichtsensibler Flüssigkeit bestrichene Holzplatten, Stofftaschen und Papiere mit, um die gut 150 Jahre alte Technik der Cyanotypie kennenzulernen. Mit Sonnenlicht, Pflanzen und Fundstücken aus dem Fasanengarten hielten die Teilnehmenden feine Kompositionen aus Pflanzenteilen oder Objekten als Auslassungen auf dem blauen Trägermaterial fest. Die entstandenen Fotos zeigen eindrucksvoll, wie aus natürlichen Strukturen neue Ideen wachsen – ganz im Sinne eines schönen und nachhaltigen Gestaltungsprozesses.

Blaupausen auf Holz, Stoff und Papier zur Anschauung.
Eine Person drapiert Pflanzen auf dem Tisch.
Die Komposition der Pflanzen liegt auf Cyanotypie-Papier in der Sonne.
Ein Tasche mit fertiger Pflanzen-Blaupause hängt zum Trocknen am Ast eines Baumes.
Vier Teilnehmende unterhalten sich über ihre Solarfoto-Experimente.