27.07.2026

Plastik-Planet — Projektthementage am Lernort frog

Eine Gruppe hochmotivierter Schüler*innen der Klassenstufen 8 bis 10 der Johannes-Kepler-Schule stellte sich an drei heißen Sommertagen unseren Herausforderungen. Im Programm n-challenges ist der Sommer nämlich vom Thema „Plastik" geprägt. Projektziel war entsprechend, gemeinsam Lösungen für den Umgang mit Plastik zu erarbeiten und am Lernort frog in die Tat umzusetzen. Es entstanden eine Grauwasser-Kläranlage, mehrfach geklonte Kräuter, Ringelblumensalbe, Rezepte, leckere Menüs aus Gartengemüse und vieles mehr…

Tag 1: Die Natur kennt keinen Abfall oder „Leben ohne Ende“

Spannende Zusammenhänge, neue Eindrücke, viele Fragen … so die Erwartungen an die Projekttage im Zeichen von Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und der Frage, wie wir unseren Alltag plastikfreier gestalten können. Also stellten alle zu Beginn ein eigenes Journaling-Heft her, um ihre Gedanken, Beobachtungen und Ideen festzuhalten.

Personen arbeiten an einem Tisch und stellen jeweils ein eigenes Heft zusammen mit verschiedenen Materialien und Stoffen.
Hier eine fortgeschrittene Perspektive der Gruppe am anderen Tisch, wo der Faden für die Heftung vorbereitet wird.

Dann: Hands-On im Garten!

Vier Personen arbeiten draußen an zwei halbhohen Hochbeeten aus Holz.
Ein Hochbeet steht links schon auf dem Platz, während das zweite gerade daneben hinbewegt wird.
Sechs Personen sind um die Hochbeete versammelt und schauen auf die Beete.

Bau von halbhohen Hochbeeten für die Kleinsten Gärtner*innen am Lernort frog. Das heißt, demnächst werden KITA-Kinder hier selbst Gemüse und Kräuter anbauen können. Zuvor zersetzen Mikroorganismen die Hochbeet-Schichten und fördern damit den Nährboden für gesundes Pflanzenwachstum.

Die Bodenbeete nach ähnlichem Schichtprinzip vorbereitet: Kartonagen aufs Grün, eigene Komposterde und Heu obendrauf. Nach der Vorarbeit der vielen Kleinstlebewesen im Boden, der Knöllchenbakterien und der anderen Mikroorganismen wird hier im Oktober und November ein Waldgarten gepflanzt.

Eine Person schiebt eine Schubkarre mit Kartonagen. Eine Person ist dahinter.
Die Kartonagen wurden auf den Boden ausgelegt und eigene Komposterde wird gerade darauf geschichtet, um das Bodenbeet fertig zu stellen.

Chemisch ins Detail gingen wir bei der Funktionsweise der Kompost-Toilette, dem Ansetzen Effektiver Mikroorganismen für anaerobe Zersetzungsprozesse als Vorstufe und Bestandteil der Heißkompostierung am Lernort. Natürlich landeten während der gesamten Projekttage Grünabfälle aus dem Garten und Bioabfälle aus der Küche auf dem Kompost. Nur haben wir davon kein Foto gemacht…

Ein Menü aus dem Garten zaubern. Und gemeinsam essen, was eigentlich keine Challenge war ;)

Zucchini wird von zwei Personen im Garten geerntet.
Zucchini-Ernte
Drei Personen arbeiten an einem Tisch und kümmern sich um die Zubereitung der Zucchini.
Auf einem Blech mit Gitter darauf werden dünne Streifen von der Zucchini ausgelegt.
hier entstehen Zucchini-Chips

Vorausgedacht für den nächsten Tag: überschüssige Zucchini werden zum Trocknen ausgelegt.

Am Tisch wird Gemüse (Möhren, Gurken) auf Holzbrettern geschnitten und in einer Schale gesammelt.
Die gesammelten Wildkräuter für den Kräuterquark sind auf dem Tisch ausgelegt. Daneben ein mobiles Kochfeld mit Pfanne und Küchenutensilien daneben.
gesammelte Wildkräuter für den Kräuterquark
Auf dem Tisch sind zwei Teller mit Zucchini-Waffeln und Wildkräuter-Quark, dazu Zucchinisalat, Gurkensalat und Karotten-Sticks. Im Hintergrund stehen zwei volle Becher.
Das Essen ist fertig für den Mittag.

Zucchini-Waffeln mit Wildkräuter-Quark, dazu Zucchinisalat, Gurkensalat und Karotten-Sticks.

Frisch und (fast) ganz ohne Plastik-verpackte Lebensmittel zu kaufen oder Biomüll zu produzieren.

Tag 2: (Versteckte) menschengemachte Abfälle: Umgang und Entsorgung

Die größtere Herausforderung auf der Fläche stellen die kleinsten Plastikteilchen dar. Vor Jahren — noch bevor der Lernort frog entstand — wurde eine blaue Plastikfolie draußen vergessen und war der Witterung ausgesetzt. Jetzt haben wir mit Mini- und Mikroplastik überall zu kämpfen. Wir sind mit Pinzetten ran, aber Spaß macht das nicht...

Auf dem Boden ist eine Schüssel mit gesammelten blauen Mikroplastik von einer Plastikfolie, die sich auf der Erde verteilt. Darüber das Werkzeug in einem Behälter mit Werkzeug.
Ein selbstgemachtes Heft mit der Überschrift „frog“ in grün und einem Frosch darunter.
An der Holzwand sind vier farblich verschiedene Zettel mit einem Klebestreifen angebracht, die Impulse für das selbstgemachte Heft liefern sollen.
Impulse fürs Journaling-Heft

Viel zufrieden stellender ist für uns, in Zukunft Plastik zu vermeiden. Wir benutzen nur biologisch abbaubare Seifen, Spül- und Putzmittel und reinigen das Grauwasser von nun an mit der neuen Schilfbeet-Kläranlage am Haus!

Eine Person füllt die Schubkarre mit Erde.
Aushub zum Einsetzen der mit Kies gefüllten und bepflanzten Klärwannen.
Die Gruppe ist am arbeiten und eine Wanne ist schon im Boden eingesetzt, wo ein Abwasserrohr hinführt.
Zwei Personen arbeiten jeweils mit einem Ventil für eine Klärwanne.
Drei Personen kümmern sich um die Wanne und füllen sie mit Wasser auf. Im Vordergrund ist eine Schubkarre gefüllt mit Kies und Steinen.
Eine andere Perspektive von der Kontstruktion des Systems zur Wanne.
Hier eine Nahaufnahme, wo man die eingesetzte Wanne mit dem Endstück des Rohrs sieht.

Einen kleinen Exkurs in plastikfreie Kosmetik machte ein Team bei der Herstellung einer eigenen Creme aus Bienenwachs, Olivenöl und Ringelblumenblüten.

Sehr viel Plastik können wir beim Einkaufen sparen, wenn wir frische Kräuter aus dem Garten haben und sie für den Winter selbst trocknen. Also war „Kräuter klonen“ unser nächster Schritt. Mit Stecklingen vermehrten wir Rosmarin, Basilikum, Fetthenne, Bohnenkraut, Thymian, Ewigen Kohl, …

Stecklinge wurden in kleine Behälter gegeben, die dann mit Erde aufgefüllt wurden, um Kräuter zu klonen/erweitern.
Eine Person setzt die Kräuter in das Gefäß auf einem Stuhl.
Hier eine Vogelperspektive von einem grünen Eimer mit drei Behältern und Kräuter darin.
Es gab Reste, die dann in der Küche ihren Einsatz gefunden haben.

Die „Reste“ wurden natürlich direkt in der Küche verwendet. An Tag zwei gab es Nudeln mit Kräuter-Nuss-Pesto, Baba Ganoush, und Karottensalat aus den übrigen Karotten-Sticks.

Ernte und Zubereitung der Auberginen fürs Baba Ganoush:

Eine Aubergine wird im Garten gepflückt.
Die Aubergine wird auf einem Holzbrett von einer Person geschnitten und zubereitet.
Hier werden die Auberginen in zwei Pfannen angebraten.
Nudeln wurden gekocht und sind in einem großen Topf mit anderen Töpfen dahinter auf dem Tisch.
Nudeln und
Das Pesto befindet sich in Produktion und die Zutaten werden gehäckselt, darunter Nüsse und verschiedenste Kräuter.
Pesto in Produktion
Die Zucchini Streifen sind zu Chips geworden.
fertige Zucchini-Chips

Tag 3: Gemeinsam die Welt reparieren und Unverpackt-Picknick

Ein großer Titel für einen kürzeren Tag :) Nach zwei Tagen körperlicher Arbeit ließen wir es etwas ruhiger angehen. Mitgebrachte Dinge wie Taschen, Rucksäcke oder Fahrräder konnten repariert werden. Dann schlossen wir die Projekttage mit kühler Limo und einem Unverpackt-Picknick, zu dem jede*r etwas mitbrachte.

Eine selbstgemacht Limo in einem Glasgefäß mit Zitronenstücken und Minze darin.
Ein Rucksack wird gestickt an einem Tisch. Auf dem Tisch befinden sich mehrere Garne und Nadeln und dabei wird ein Video auf dem iPad angeschaut, wo die Person sich die Anleitung dazu anschaut.
Reparatur-Sticken
Hier eine Nahaufnahme von einer Person, die einen Rucksack stickt.
Brombeeren werden an einer Gartenhecke von einer Gruppe gesammelt.
beim Brombeeren sammeln
Hier der fertige Brombeerquark auf dem Tisch in einer gelben Schüssel mit einem Löffel.

Ein paar Produkte aus Natur und Garten kamen noch hinzu: Ein süßer Brombeeren-Quark und Gurkensalat.

Aus der Vogelperspektive sieht man einen Tisch mit ganz vielen unverpackten und auch verarbeitenden Produkten, darunter Gurkensalat und Kuchen. Bananen, Tomaten und Gurken liegen auf dem Tisch. Trauben sind in einer Schüssel und Pfirsiche sowie Erdbeeren sind in einem Behälter.
Die Unverpakt-Produkte sammeln sich auf dem Picknicktisch.