Plastik-Planet — Projektthementage am Lernort frog
Eine Gruppe hochmotivierter Schüler*innen der Klassenstufen 8 bis 10 der Johannes-Kepler-Schule stellte sich an drei heißen Sommertagen unseren Herausforderungen. Im Programm n-challenges ist der Sommer nämlich vom Thema „Plastik" geprägt. Projektziel war entsprechend, gemeinsam Lösungen für den Umgang mit Plastik zu erarbeiten und am Lernort frog in die Tat umzusetzen. Es entstanden eine Grauwasser-Kläranlage, mehrfach geklonte Kräuter, Ringelblumensalbe, Rezepte, leckere Menüs aus Gartengemüse und vieles mehr…
Tag 1: Die Natur kennt keinen Abfall oder „Leben ohne Ende“
Spannende Zusammenhänge, neue Eindrücke, viele Fragen … so die Erwartungen an die Projekttage im Zeichen von Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und der Frage, wie wir unseren Alltag plastikfreier gestalten können. Also stellten alle zu Beginn ein eigenes Journaling-Heft her, um ihre Gedanken, Beobachtungen und Ideen festzuhalten.
Dann: Hands-On im Garten!
Bau von halbhohen Hochbeeten für die Kleinsten Gärtner*innen am Lernort frog. Das heißt, demnächst werden KITA-Kinder hier selbst Gemüse und Kräuter anbauen können. Zuvor zersetzen Mikroorganismen die Hochbeet-Schichten und fördern damit den Nährboden für gesundes Pflanzenwachstum.
Die Bodenbeete nach ähnlichem Schichtprinzip vorbereitet: Kartonagen aufs Grün, eigene Komposterde und Heu obendrauf. Nach der Vorarbeit der vielen Kleinstlebewesen im Boden, der Knöllchenbakterien und der anderen Mikroorganismen wird hier im Oktober und November ein Waldgarten gepflanzt.
Chemisch ins Detail gingen wir bei der Funktionsweise der Kompost-Toilette, dem Ansetzen Effektiver Mikroorganismen für anaerobe Zersetzungsprozesse als Vorstufe und Bestandteil der Heißkompostierung am Lernort. Natürlich landeten während der gesamten Projekttage Grünabfälle aus dem Garten und Bioabfälle aus der Küche auf dem Kompost. Nur haben wir davon kein Foto gemacht…
Ein Menü aus dem Garten zaubern. Und gemeinsam essen, was eigentlich keine Challenge war ;)
Vorausgedacht für den nächsten Tag: überschüssige Zucchini werden zum Trocknen ausgelegt.
Zucchini-Waffeln mit Wildkräuter-Quark, dazu Zucchinisalat, Gurkensalat und Karotten-Sticks.
Frisch und (fast) ganz ohne Plastik-verpackte Lebensmittel zu kaufen oder Biomüll zu produzieren.
Tag 2: (Versteckte) menschengemachte Abfälle: Umgang und Entsorgung
Die größtere Herausforderung auf der Fläche stellen die kleinsten Plastikteilchen dar. Vor Jahren — noch bevor der Lernort frog entstand — wurde eine blaue Plastikfolie draußen vergessen und war der Witterung ausgesetzt. Jetzt haben wir mit Mini- und Mikroplastik überall zu kämpfen. Wir sind mit Pinzetten ran, aber Spaß macht das nicht...
Viel zufrieden stellender ist für uns, in Zukunft Plastik zu vermeiden. Wir benutzen nur biologisch abbaubare Seifen, Spül- und Putzmittel und reinigen das Grauwasser von nun an mit der neuen Schilfbeet-Kläranlage am Haus!
Einen kleinen Exkurs in plastikfreie Kosmetik machte ein Team bei der Herstellung einer eigenen Creme aus Bienenwachs, Olivenöl und Ringelblumenblüten.
Sehr viel Plastik können wir beim Einkaufen sparen, wenn wir frische Kräuter aus dem Garten haben und sie für den Winter selbst trocknen. Also war „Kräuter klonen“ unser nächster Schritt. Mit Stecklingen vermehrten wir Rosmarin, Basilikum, Fetthenne, Bohnenkraut, Thymian, Ewigen Kohl, …
Die „Reste“ wurden natürlich direkt in der Küche verwendet. An Tag zwei gab es Nudeln mit Kräuter-Nuss-Pesto, Baba Ganoush, und Karottensalat aus den übrigen Karotten-Sticks.
Ernte und Zubereitung der Auberginen fürs Baba Ganoush:
Tag 3: Gemeinsam die Welt reparieren und Unverpackt-Picknick
Ein großer Titel für einen kürzeren Tag :) Nach zwei Tagen körperlicher Arbeit ließen wir es etwas ruhiger angehen. Mitgebrachte Dinge wie Taschen, Rucksäcke oder Fahrräder konnten repariert werden. Dann schlossen wir die Projekttage mit kühler Limo und einem Unverpackt-Picknick, zu dem jede*r etwas mitbrachte.
Ein paar Produkte aus Natur und Garten kamen noch hinzu: Ein süßer Brombeeren-Quark und Gurkensalat.