16.11.2020

Kalt- und Heißkompost, Bokashi und Wurmkiste

Ein weiterer Blogpost aus dem Kompost-Bike-Team zu verschiedenen Kompostierprozessen.

Kompost wird „schwarzes Gold“ genannt und das berechtigterweise! Beim Kompostieren werden organische Substanzen von Mikroben verspeist und dabei in kleinere Molekülstrukturen aufgebrochen. Fertiger Kompost, bzw. Humus, ist voller Leben und Nährstoffe und hat eine hervorragende Kapazität Wasser und Nährstoffe zu speichern. Genau diese Eigenschaften sind auch bei einem guten Boden wünschenswert, und daher spielt der Kompostierprozess eine fundamentale Rolle für den Aufbau der lebensnotwendigen Humusschicht. 

Beim Kompostieren ist es wichtig auf die Balance zwischen Kohlenstoff und Stickstoff wie auch auf die Feuchtigkeit zu achten. Kohlenstoffhaltige Substanzen sind in der Regel bräunlicher und enthalten weniger Wasser, wie zum Beispiel trockene Blätter oder Holzstücke. Dagegen haben grüne, organische Materialien, wie zum Beispiel geschnittener Rasen, frische Pflanzen und Gemüseschalen oft mehr Stickstoff und Feuchtigkeit. Für ein gutes Gleichgewicht ist ein Verhältnis von 1:2 oder 1:3 Grünes zu Braunem notwendig, verschiedene Kompostsysteme können aber unterschiedliche Bedürfnisse haben. 

Zum Kompostieren gibt es vier beliebte Methoden, die in privaten Haushalten gut eingesetzt werden können. Trotz verschiedener Verarbeitungsweisen führen alle diese Kompostierarten zu einer tollen Erde.

Der Kaltkompost ist vielleicht der bekannteste von den vier Arten. Viele haben einen Kaltkompost im Garten und benutzen dafür einen einfachen Rahmen. Der Kompost kann nach und nach gefüllt werden. Die Kaltkompostierung ist wenig aufwändig und flexibel, auf die fertige Erde muss man dafür aber über ein Jahr warten. Durch regelmäßiges Wenden und Bewässern des Haufens kann der Prozess beschleunigt werden. Der Kaltkompost ist gut geeignet für Verarbeitung von Gartenabfällen, Essensreste sind problematisch, da sie zum Beispiel Ratten anlocken.

Der Heißkompost ist relativ aufwändig, dafür hat man aber schon in vier bis acht Wochen fertige Komposterde. Beim Heißkompost werden stickstoff- und kohlenstoffhaltige Abfälle abwechselnd geschichtet, die einzelnen Schichten müssen gut gewässert werden. Alle drei bis fünf Tage wird der Haufen dann gewendet. Die Kerntemperatur des Haufens sollte dabei auf 65-75°C ansteigen. Im Heißkompost können auch gewisse Mengen an Essensresten, tierischen Produkten und Fetten verwertet werden.

Bokashi Kompostierung passiert in zwei Phasen. Die erste Phase ist eine Art von Fermentation. Damit die Gärung möglichst anaerob stattfinden kann, wird ein möglichst dicht schließendes Gefäß, wie zum Beispiel ein Eimer benötigt. In diesen Eimer werden abwechselnd braune und grüne organische Materialien geschichtet. Jede Schicht wird gut festgedrückt und jede zweite mit EM (effektive Mikroorganismen) besprüht. Um den idealen Lebensraum für die Mikroorganismen zu schaffen, darf das Ganze auch nicht zu trocken sein. Ist der Eimer bis oben hin gefüllt, wird er einfach für zwei bis drei Wochen mit geschlossenem Deckel stehengelassen. Während der Fermentation sammelt sich unten im Eimer der sogenannte Bokashi-Saft. Dabei handelt es sich quasi um hoch konzentrierten Dünger, der in verdünnter Form zum Gießen verwendet werden kann. In der zweiten Phase wird der fermentierte Biomüll mit Erde vermengt, wodurch die Kompostierung in Gang gesetzt wird. Bokashi wird oft relativ aufwändig eingestuft, dafür kann dort wirklich fast alles an organischen Materialien rein, wie zum Beispiel Knochen, Fleisch und Fett. Dazu wird die Wirkung von Bokashi Kompost oft als besonders bodenaufbauend gelobt.

Die Wurmkiste ist eine wundervolle Kompostiermöglichkeit für alle, die keinen Garten oder nur sehr wenig Platz haben. In der Kiste wohnen Würmer, die den Bioabfall essen und dadurch in Erde umwandeln. Tierische Proteine oder Zitrusfrüchte mögen die Würmer nicht, ansonsten lassen sich aber die meisten Küchenabfälle an die Würmer verfüttern. Die Würmer sind sehr pflegeleichte Haustiere, da man sie auch mal über einen längeren Zeitraum alleine lassen kann. Nur zu trocken, warm oder kalt sollte es nicht werden. 

Es gibt also diverse Wege hervorragenden Kompost herzustellen. Alle diese Methoden haben ihre Vor- und Nachteile, und liefern Möglichkeiten für verschiedene Bedürfnisse und Umstände. Aber eins steht fest, kompostieren lohnt sich immer, da es sehr viele positive Nebenwirkungen ergibt, wie zum Beispiel weniger Müll und gute Erde! :)