07.12.2020

Bioabfall-System in Deutschland und in Karlsruhe

Dieser Kompost-Bike-Beitrag gibt einen groben Überblick über die derzeitige Bioabfallentsorgung in Deutschland und Karlsruhe.

Schaubild zu den Verwertungswegen von Bioabfall vom Umwelt Bundesamt und der dazugehörige Artikel.

Ein Teil des in Deutschland produzierten Komposts wird anschließend an Landwirtschaftsbetriebe in der Umgebung gegeben und von ihnen auf den Ackerböden als Dünger eingesetzt. Dabei hilft dieser den Humusgehalt im Boden zu stabilisieren beziehungsweise zu verbessern. Der Rest wird verpackt und als Gartenerde verkauft, welche als Torfersatz im Gartenbau dienen kann. Jedoch kann diese Komposterde auch Nachteile mit sich bringen: Wird der Bioabfall von der Bevölkerung nicht rechtmäßig getrennt, kann es zu einer Verunreinigung des Komposts kommen, bei der sich beispielsweise Plastik oder Metall unter den Kompost mischt und dann mit in den Boden gelangt. Aufgrund der Verunreinigung gibt es seit 2017, eine Biomüll- und Düngemittelverordnung, die den Anteil an Fremdstoffen in Kompost und Gärresten begrenzt, jedoch nicht verhindert. Ein weiterer Punkt, der der Umwelt schadet, ist das methanhaltige Biogas, welches als erneuerbarer Energieträger genutzt werden kann und als solcher eine klimaneutralere Alternative zu Atom- oder Kohleenergie bietet. Nichtsdestotrotz, wenn es unverbrannt in die Atmosphäre gelangt ist, wirkt es als Treibhausgas und als solches 25-mal stärker als Kohlenstoffdioxid. Generell kann Methan sowohl bei der Kompostierung entstehen, als auch beim Vergärungsprozess entweichen. Um die Nachhaltigkeit der Bioabfallbehandlungsanlagen beizubehalten, müssen diese modernisiert werden und möglicherweise effektivere Lösungen gefunden werden.  


Bioabfallsystem in Karlsruhe 

Falls du in Karlsruhe wohnst, ist dir sicher schon aufgefallen, dass die Biotonne für Küchenabfälle einmal wöchentlich von der hiesigen Müllabfuhr entleert wird. Dafür wird keine zusätzliche Gebühr erhoben, da es Teil des Karlsruher Abfallservices ist. Anerkannte Selbstkompostierer*innen erhalten von der Stadt sogar einen Nachlass auf die Restmüllgebühr. Der Karlsruher Biomüll wird in Biovergärungsanlagen zur Energiegewinnung in Form von Biogas genutzt. Diese befinden sich jedoch außerhalb von Karlsruhe, weshalb der Biomüll mit dem Lastwagen zur nächsten Biovergärungsanlage gebracht werden muss. Dies führt dazu, dass beim Transport CO2 ausgestoßen wird, was wiederum die Umweltbilanz des Karlsruher Bioabfallsystems verschlechtert. Nichtsdestotrotz gibt es auch im Stadtkreis Karlsruhe Kompostieranlagen, genauer gesagt, in Knielingen und Grötzingen. Dort wird der Grünabfall aus Privathaushalten des Stadtkreises Karlsruhe kostenlos angenommen. Jedoch fallen für die Grünabfallannahme aus Gewerbebetrieben Gebühren in Höhe von 10 Euro je angefangenem Kubikmeter an.


Zurzeit gibt es nur in der Stadt Karlsruhe die Biomülltonne, wobei der Landkreis an sich ausgenommen ist. Dies soll sich jedoch dieses Jahr ändern. Die Anschaffung einer solchen Biomülltonne bleibt jedoch freiwillig und ist mit einer Gebühr einhergehend, die bei 6€/Monat für eine 80 Liter Tonne liegt. Wer sich zu diesem Thema weiter informieren möchte, kann mal bei der Seite der Badischen Neuesten Nachrichten vorbei schauen.